Pfarrer Christian Piegenschke: Worte an die Gemeinde

 

Liebe Mitglieder unserer Kirchengemeinde,

das kleine nur unter dem Mikroskop erkennbare Corona-Virus hat die Gestalt einer Krone. Es beherrscht seit Monaten die ganze Welt und die ganze Welt dient ihm. Warum? Weil es so gefährlich ist!

Es zeigt, wie brüchig und abgründig doch unsere Welt und unser Leben ist, wie wenig wir Menschen in der Hand haben und wie nahe uns der Tod ist. 

Ja, der Tod gehört zum Leben. Er ist schon immer da, oft verborgen. Das Symptom des Todes ist die Angst. Auch sie gehört zum Leben. Sie ist immer schon da, wenn auch schlummernd verborgen. Das ist (immer schon) die Realität. Damit müssen wir leben. Damit müssen wir umgehen und klarkommen!

Christen haben Angst. Sie dürfen auch Angst haben. Aber: Sie wissen sich geborgen in Gottes Hand. Darum hat die Angst keine Macht über sie. Sie geraten nicht in Panik. Panik ist Heidenangst!

Das Corona-Virus darf nicht ein neues, zusätzliches Virus gebären: die Angst, die Panik. Das Virus der Angst ist noch viel gefährlicher als das Corona-Virus: Es ist nicht nur vielleicht, sondern todsicher tödlich!

Die christliche Kirche ist nicht systemrelevant wie die Schulen, Kitas, Krankenhäuser usw.
Sie ist aber viel mehr: Sie ist existenzrelevant.

Darum ist es richtig,  dass auch im November die Kirchen geöffnet bleiben und die Gottesdienste stattfinden können. Das muss auch so sein. Niemand kann alleine glauben.

Der Glaube, das Gottvertrauen, ist in Corona-Zeiten das einzig wirkliche und wirksame Heilmittel gegen die Angst.

 

Worte des Pfarrers als download:
Osterbrief an die Gemeinde
Maria - Frau und Mutter. Zum Muttertag
Die heilige Corona
Der Boni-Bus - Keiner kann alleine glauben